Letzte öffentliche Ratssitzung in 2025 – Bürger protestierten (Teil 1)
Bei der letzten öffentlichen Ratssitzung(18.12.2025) waren erneut die Zuschauerplätze von interessierten Bürgerinnen und Bürgern fast vollständig besetzt. Allerdings waren die Zuhörer zumeist nicht gekommen, um die zahlreichen Tagesordnungspunkte zu verfolgen, sondern ihren Unmut in der Einwohnerfragestunde auszudrücken.
Besonders missfällt den Bewohnern der Ortsteile, dass zwar die Ortsräte Barbis und Bartolfelde in ihren jeweiligen öffentlichen Sitzungen am 1. u. 3.12.2025 über die 32. Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Bad Lauterberg beraten haben, die betroffenen Anwohner von den Planungen jedoch so gut wie nichts mitbekommen haben. Diese sehen 10 Windkraftanlagen, südlich der Ortsteile Barbis und Bartolfelde, entlang der Grenze zu Thüringen vor, die eine Nabenhöhe von 175 Metern, plus 86 Meter Rotorblatt, aufweisen.
Über die 33. Änderung des Flächennutzungsplans, der die Agri-PV Anlagen Barbis/Bartolfelde betrifft, wurde aber nur im Ortsrat Barbis beraten. Die lapidaren, mehrfach abgegebenen Ausführungen des Verwaltungschefs Rolf Lange, dass lediglich über die Aufstellung einer Bauleitplanung beschlossen worden sei und nach der Veröffentlichung im Amtsblatt die „Betroffenen“ ihre Einwände vier Wochen lang zu den Planungen noch einreichen könnten, ist so aufgrund der Formulierung in der Beschlussvorlage zur 33. Änderung, dass „über die Aufstellung des Bebauungsplans“ beraten und beschlossen wurde, für die Bürger, wie auch für den Rat nicht eindeutig zu erkennen. Richtig und eindeutig wäre die Formulierung über die „Aufstellung der Bauleitpläne“ gewesen. So aber braucht der Bürgermeister sich nicht über die Empörung der Bürger-und Bürgerinnen in der Einwohnerfragestunde zu echauffieren, sondern er sollte endlich eine sorgfältige Vorbereitung der Vorlagen und Beschlüsse sicherstellen.
Ob nun aufgrund dieser Unstimmigkeit und der fehlenden Beteiligung der beiden Ortsräte Bartolfelde und Osterhagen überhaupt ein gültiger Beschluss gefasst wurde, sei dahingestellt. Die Ortsbürgermeister Thomas Mund(Osterhagen) und Rainer Jacobi(Barbis), wie auch der WgiR-Fraktionsvorsitzende Volker Hahn, bescheinigten dem Bad Lauterberger Bürgermeister Rolf Lange und seiner Verwaltung mangelnde Professionalität und eine mit gesunden Menschenverstand nicht vereinbare Vorgehensweise. Insgesamt brauche man viel mehr Zeit und man müsse die Bürger bei derartigen Planungen viel früher mitnehmen. Umso unverständlicher ist die Sache, da diese Themen schon lange in der Verwaltung bekannt sind und längst Gespräche mit den Investoren laufen.
Vielleicht verstehen mit Blick auf ein so fahriges Handeln die Bürger, warum sich die WgiR schwer damit tut, einem so arbeitenden Bürgermeister gleich beim Beschluss zum Nachtragshaushalt eine Verpflichtungsermächtigung über 9 Mio. € für eines neuen Bauhof zu geben.

