1. Stammtisch 2026 – was dem Bürger auf den Nägeln brennt
Bad Lauterberg. In gemütlicher, sehr diskussionsfreudiger Runde konnte die „Wählergruppe im Rat“ ihren ersten „Stammtisch“(1.4.2026) in diesem Jahr, im Bistro „Check Point“, abhalten. Im Mittelpunkt standen dabei zahlreiche Themen, so dass die informationsreiche Veranstaltung gut vier Stunden dauerte.
Gibt es was Neues zum geplanten Neubau eines Bauhofes für die Stadt Bad Lauterberg?, war die erste Frage. Das Thema, so der WgiR-Fraktionsvorsitzender Volker Hahn, wird von der Verwaltung noch weiter verfolgt. Gleich nach Ostern wird eine Besichtigung des städtischen Bauhofes in Nordhausen für interessierte Ratsmitglieder stattfinden. Diese Besichtigung hatte die WgiR angeregt, da der dortige Neubau deutlich weniger gekostet hat, als die in Bad Lauterberg veranschlagten 9 Mio. €. Bei der Grundstückswahl und der ersten Planung wurde zudem übersehen, dass der erst mit Millionenaufwand sanierte Abwasserkanal überbaut würde. Außerdem müsste die dringend erforderliche offene Löschwasserentnahmestelle an der Oder für das Industriegebiet wegfallen bzw. verlegt werden. Auch stellt sich die Frage, ob ein solch enorm teurer Neubau so tatsächlich notwendig ist. Zuerst sollte doch geprüft werden, ob der vorhandene Bauhof mit einem Nebengebäude saniert und erweitert werden könnte. Um das abgängige und abbruchreife Nebengebäude, welches zuletzt als Obdachlosenunterkunft und Notwohnung genutzt wurde, muss die Stadt sich ohnehin kümmern. Auch erschließt sich der WgiR nicht, warum der komplette Bauhof unbedingt zentralisiert an einem Ort stehen muss. Das bisherige Feuerwehr-Gerätehaus mit neun beheizten Garagen, Platz für Büroräume und guten Sanitäreinrichtungen wäre doch ein hervorragend geeigneter Teilstandort und muss ohnehin eine Nachnutzung finden. Wie einer der Besucher anmerkte, ist es doch heute völlig aus der Zeit, durch einen Ingenieur einen solchen Zweckbau individuell neu gestalten zu lassen. Vielmehr könne man hier eine günstige Stahlbau-Fertigteilehalle wählen, deren einzelne Segmente den jeweiligen Erfordernissen hin ausgebaut werden. Solche Hallen gibt es schon mit fertiger Statik und in den gewünschten Größen. Das würde enorm viel Geld sparen und den Anforderungen sicher genügen.
Positive Stimmen gab es für die bei der letzten Kommunalwahl 2021 neu eingeführten Ortsräte Barbis, Bartolfelde und Osterhagen. Diese, so ein Veranstaltungsbesucher, leisten gute Arbeit, werden gebraucht und werden von den Bewohnern anerkannt.
Sehr negativ ist im Zusammenhang mit der kürzlich durchgeführten Informationsveranstaltung zum Thema Windkraft, im DGH Osterhagen, der Bürgermeister/die Verwaltung aufgefallen. Ganz offensichtlich wurden die Einwohner zuvor nicht im erforderlichen Umfang über die Planungen informiert und trotzdem wurde die Organisation einer Info-Veranstaltung vom Bürgermeister einfach auf die ehrenamtlich tätigen Ortsräte abgewälzt. Die besondere Frechheit dabei war aber, dass sich nach der Veranstaltung nicht über das gewaltige Interesse und das überfüllte DGH Haus gefreut wurde. Vielmehr wurde lang und breit darüber diskutiert, wer die angefallenen Mietkosten von 150 € zu bezahlen hat. Dass dies letztlich auf den Ortsrat Osterhagen mit seinem jährlichen Budget von gerade mal 1000 € abgewälzt wurde, sorgte für Kopfschütteln. Auch wenn der Bürgermeister verhindert war, so hätten die Veranstaltungsbesucher zumindest seinen hauptamtlichen Vertreter erwartet. Dass nur der Bauamtsleiter anwesend war, der gestellte Fragen zum Teil ins „lächerliche“ zog und die schlechte Informationsweitergabe dem Rat in die Schuhe schob, hat nur zu deutlich gezeigt, wie wichtig dem Bürgermeister die Sorgen seiner Einwohner sind.
Leider, so eine Stammtischbesucherin, haben sich die regionale Presse und das örtliche Internetportal fast vollständig von einer Berichterstattung über die Arbeit der kommunalen Stadt-und Ortsräte sowie der Ausschüsse zurückgezogen. Die Bürger bekommen überhaupt nicht mehr mit, was gerade abläuft oder von der Verwaltung geplant wird. Da ist es doch erfreulich, so waren sich mehrere Stammtischbesucher einig, dass sich die WgiR regelmäßig die Mühe macht und aktuelle Berichte auf dem Internetportal „myheimat-Bad Lauterberg“ veröffentlicht. Zudem nehmen der Vorstand und die Fraktion gern Anregung auf, denn es ist höchste „Zeit für Veränderungen“.


