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Bad Lauterberg. Für „Stirnrunzeln“ bei einigen Besuchern sorgte Bürgermeister Rolf Lange im Rahmen seines Grußwortes bei der Mitgliederversammlung von Haus & Grund Bad Lauterberg/Südharz e.V. am 12. August mit der Aussage, dass bei einem Straßenvollausbau, wie er beispielsweise für die Uferstraße nötig wäre, wieder Straßenausbaubeiträge erhoben werden sollen, da ansonsten die Gegenfinanzierung fehle. Hier scheint der Verwaltungschef wichtige Tatsachen zu vergessen. So hatte doch die gesamte CDU-Fraktion dem Antrag der „Wählergruppe im Rat“ (WgiR) zur Abschaffung der „Strabs“ zugestimmt und eingeräumt, dass es durchaus gängige Finanzierungsmodelle gibt.

Wie locker unser Bürgermeister bei solchen Planungen mit dem Geld der Einwohner umgeht, beweist die geplante Baumaßnahme „Am Scholben“. Ein großer Wirbel und Unmut bei den Anliegern wurde ausgelöst, um dann leise einzuräumen, dass die Straße „Am Scholben“ noch nicht einmal ordentlich erschlossen wurde.

Jetzt plant er eine Grunderneuerung der Hauptstraße in Zusammenarbeit mit der Harzenergie und dem Abwasserverband, die vom Postplatz bis nach REWE, einschließlich des Neubaus der Stützmauer am Eber und der Lutterbrücke, erfolgen soll. Wie er dieses sicherlich zweistellige Millionenprojekt bezahlen will, das bereits 2027, 2028 und 2029 umgesetzt werden soll, hat er noch nicht verraten. Ja, nicht einmal über etwaige Fördermittel hat er sich offensichtlich Gedanken gemacht. Auffällig ist aber, dass er in diesem Zusammenhang nicht von „Straßenausbaubeiträgen“ spricht. Es macht den Eindruck, als ob er die 4 Mio. Zuwendung für finanzschwache Kommunen, die unsere Stadt bekommen wird, ausschließlich dafür vorsehen möchte. So wird vermutlich wieder im nächsten Haushaltsentwurf (wie so auch schon für die Straße Am Scholben praktiziert) eine bereits erfolgte Planung enthalten sein, ohne mit dem Rat darüber eine ausreichende Debatte geführt zu haben. Dass ist die Bürgerbeteiligung und Transparenz, mit der unser Bürgermeister wirklich zu Werke geht.

Für Verwunderung sorgte auch die Aussage von Rolf Lange, sollte er nach den Wahlen weiterhin Verwaltungschef sein, dass er dem Stadtrat vorschlagen wolle, einen zusätzlichen „Straßenbaufachmann“ einzustellen, damit künftig der Bauhof wieder kleine fachgerechte Reparaturen bituminöser Oberflächen(bis 10 m²) selbst ausführen kann. Woher dieser plötzliche Sinneswandel kommt, erklärte der Bürgermeister allerdings nicht. Verschwiegen hat er, dass gleich zu Beginn dieser Legislaturperiode die WgiR beantragt hat, einen solchen Fachmann einzustellen. Dieser sinnvolle Antrag wurde mehrheitlich jedoch abgelehnt! Verlorene Zeit – denn fest steht, trotz der durchgeführten Deckensanierungen, haben sich die Schäden an den bituminösen Bürgersteigen und Straßen im Stadtgebiet exorbitant vervielfacht. Grund dafür ist besonders, dass über lange Zeit ganzjährig aufgetretene Schlaglöcher mit Reparaturasphalt/ Wintermischgut/Kaltasphalt nicht fachgerecht repariert wurden. Die WgiR hatte mehrfach darauf hingewiesen, dass dieser Reparaturasphalt aus Säcken oder Eimern sich nur zur schnellen, notdürftigen Reparatur eignet. In der wärmeren Jahreszeit muss dieser durch Heißasphalt ersetzt werden, da er sich nicht mit dem vorhandenen Asphalt verbindet und Regenwasser so ungehindert eindringt. In der kalten Jahreszeit gibt es so an jeder Reparaturstelle einen weiteren Frostaufbruch. Nach „fünf Jahren verschenkter Zeit“, wird die WgiR natürlich Anfang der nächsten Legislaturperiode wieder beantragen, einen versierten Tiefbaufachmann einzustellen, zugleich wird man auch hinterfragen, warum als Bauhofleiter ein völlig branchenfremder KFZ-Meister eingestellt wurde?

Gleich zu Beginn der letzten Legislaturperiode hat die WgiR auch darauf gedrungen, dass künftig die bisher angewandte Oberflächenbehandlung im sogen. Dünnschicht-Kaltverfahren nicht mehr beauftragt wird. Grund dafür ist, dass innerhalb kürzester Zeit vorhandene Risse und Schlaglöcher im Bitumen wieder zur Vorschein kommen. Vielmehr, so der WgiR-Antrag, soll künftig nachhaltige Unterhaltung bituminöser Straßenabschnitte durch Abfräsen und neues Aufbringen einer Deckschicht, wie z.B. in der Heikenberg Str., Dr. Bodo-Otto-Str, Weinberg, Gehrichstr., Gläsnerweg, Fasanenstr., Siedlung und Tilsiter Str. bereits durchgeführt, Anwendung finden.

Warum der Bürgermeister in seinem Grußwort die erfolgten Straßensanierungen als seine Erfolge dargestellt hat, zeigt nur sein Verständnis über Wahrheit. Tatsache ist, dass sich dafür in besonderer Weise die Bauausschussmitglieder in Zusammenarbeit mit der Tiefbauabteilung eingesetzt haben. Ebenfalls zur Deckensanierung ist in diesem Jahr noch der Friedhofsweg, der untere Teil der Detastr. sowie ein Teilstück Am Roßholz zwischen Hinterstr. und Eulenweg beauftragt.