{"id":839,"date":"2016-11-25T09:21:40","date_gmt":"2016-11-25T09:21:40","guid":{"rendered":"https:\/\/mein.wgir.de\/?p=839"},"modified":"2024-10-22T10:03:57","modified_gmt":"2024-10-22T10:03:57","slug":"kostensteigerung-auch-beim-haus-des-gastes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wgir.de\/?p=839","title":{"rendered":"Kostensteigerung auch beim &#8222;Haus des Gastes&#8220;?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bad Lauterberg&nbsp; Architekt sagt, Ausgaben bei Lauterberger Bauprojekt liegen bisher bei etwa 644000 Euro. Stadtverwaltung widerspricht \u00c4u\u00dferungen zur Hausbergschule.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Umbauarbeiten am Haus des Gastes werden laut Architekt Thomas Petermann erheblich teurer als vom B\u00fcrgermeister \u00f6ffentlich gesagt und im Haushalt bereitgestellt. Wie er unserer Zeitung am Donnerstag berichtete, betragen die bisherigen Baukosten, soweit er Kenntnis dar\u00fcber hat, derzeit etwa 644 000 Euro, die f\u00fcr Fremdfirmen bereits abgerechnet wurden. Diese Summe wurde bis zum 25. Juli 2016 ausgegeben, sie gehe aus dem Baubuch hervor, das der Architekt f\u00fchrt. Es handele sich um extern vergebene Auftr\u00e4ge, nicht um Eigenleistungen des st\u00e4dtischen Bauhofs.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die von ihm im Auftrag der Stadt erstellte Kostensch\u00e4tzung f\u00fcr die Bauma\u00dfnahme betrage 1,5 Millionen Euro und ist datiert auf Februar 2015. Er hat der Redaktion die Kostensch\u00e4tzung gezeigt. Er hatte sie per E-Mail an die Stadtverwaltung gesandt. Diese E-Mail liegt der Redaktion vor. Der Stadtrat hatte im Dezember 2015 f\u00fcr die Investition eine Summe von 385 000 Euro bewilligt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gans verweist auf Eigenleistungen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u201eDie Leute m\u00fcssen das erfahren und es gibt nicht viele Personen, die Bescheid wissen.\u201c <\/strong><strong>Thomas Petermann<\/strong>, Architekt, \u00fcber seine Beweggr\u00fcnde<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dr. Gans konnte auf unsere Nachfrage gestern keine Summe f\u00fcr die bisher aufgelaufenen Baukosten nennen. Er erkl\u00e4rte jedoch, die urspr\u00fcnglichen Kostensch\u00e4tzungen seien erheblich reduziert worden, da viele Arbeiten durch den Bauhof der Stadt in Eigenleistung erbracht w\u00fcrden. Der B\u00fcrgermeister hatte in der \u00f6ffentlichen Sitzung am 29. September 2016 dem Rat berichtet, dass \u201ebeim Umbau des Hauses des Gastes keine weiteren Kosten\u00fcberschreitungen zu erwarten sind\u201c. Dieser Satz wurde auf Antrag von CDU-Ratsherr Erik Cziesla nachtr\u00e4glich ins Protokoll der Sitzung aufgenommen, weil er zuvor nicht enthalten war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem Dr. Gans im Pressegespr\u00e4ch mit dem HarzKurier massive Vorw\u00fcrfe gegen den Architekten erhoben und ihn beschuldigt hatte, die Stadt nicht \u00fcber die Kostensteigerung beim Bauprojekt Hausbergschule informiert zu haben, sah dieser sich gen\u00f6tigt, sich gegen die \u00f6ffentliche Rufsch\u00e4digung durch den B\u00fcrgermeister zu wehren und unsere Zeitung \u00fcber die Vorg\u00e4nge zu informieren. Auf unseren Bericht hat die Stadtverwaltung ihrerseits mit einer Stellungnahme reagiert: Man \u201ewiderspricht ausdr\u00fccklich der Behauptung des Architekten Thomas Petermann\u201c, schon im November 2015 \u00fcber die h\u00f6heren Kosten informiert worden zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Pressegespr\u00e4ch mit dem HarzKurier hatte B\u00fcrgermeister Dr. Gans den von der Stadt beauftragten Architekten Thomas Petermann beschuldigt, seinen Beratungs- und Informationspflichten nicht nachgekommen zu sein und ihm implizit die Verantwortung f\u00fcr die massive Kostensteigerung gegeben hatte, sah dieser sich nach eigener Aussage gen\u00f6tigt, sich gegen die \u00f6ffentliche Rufsch\u00e4digung durch den B\u00fcrgermeister zu wehren und unsere Zeitung seinerseits \u00fcber die Vorg\u00e4nge zu informieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Petermann versicherte glaubhaft, dass die Stadtverwaltung bereits Ende November 2015 Kenntnis davon gehabt habe, dass er die Kosten f\u00fcr den Neubau der Sporthalle auf rund 2,9 Millionen Euro kalkulierte. Er belegte dies mit einer detaillierten Kostensch\u00e4tzung nach DIN 276, in der auch die einzelnen auszuf\u00fchrenden Gewerke aufgef\u00fchrt sind. Dieses Dokument liegt der Redaktion vor. Der Architekt erl\u00e4uterte, nur anhand dieser Aufstellung k\u00f6nne die Stadtverwaltung \u00fcberpr\u00fcfen, ob die Ausschreibungen der einzelnen Auftr\u00e4ge korrekt sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Petermann sagte unserer Zeitung, er habe das Dokument dem B\u00fcrgermeister pers\u00f6nlich \u00fcbergeben. Der B\u00fcrgermeister hat das unserer Zeitung gegen\u00fcber bestritten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u201eNiemand in der Stadtverwaltung habe davon etwas gewusst\u201c<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf unseren Bericht hat die Stadtverwaltung ihrerseits mit einer Stellungnahme reagiert: Man \u201ewiderspricht ausdr\u00fccklich der Behauptung des Architekten Thomas Petermann\u201c, schon im November 2015 \u00fcber die h\u00f6heren Kosten informiert worden zu sein. Das sei \u201eweder in Gespr\u00e4chen geschehen, noch liegt ein entsprechendes Schreiben vor.\u201c Niemand in der Stadtverwaltung habe davon etwas gewusst, wird B\u00fcrgermeister Dr. Thomas Gans zitiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiter hei\u00dft es: \u201eDie angeblich vorgelegte zweite Kostensch\u00e4tzung wertet B\u00fcrgermeister Gans denn auch als Schutzbehauptung des Architekten. Es sei auff\u00e4llig, dass Petermann zuvor nie widersprochen habe, wenn in Rat und \u00d6ffentlichkeit die urspr\u00fcnglichen 2,231 Millionen zitiert wurden.\u201c Darauf angesprochen, sagte Petermann unserer Zeitung, er habe sich bis zu Gans \u00f6ffentlichen Anschuldigungen stets an die Verschwiegenheitspflicht gegen\u00fcber seinem Auftraggeber gehalten. Er sei eigentlich nicht berechtigt, dem Rat oder der \u00d6ffentlichkeit Auskunft \u00fcber die Baukosten zu geben. Er selbst d\u00fcrfe in den Ratssitzungen auch gar nicht sprechen, es sei denn, er w\u00fcrde dazu aufgefordert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Stadtverwaltung erkl\u00e4rt in ihrer Stellungnahme: \u201eTats\u00e4chlich ist die einzige der Stadt bekannte Kostensch\u00e4tzung vom 15. Juni 2015 Bestandteil des Architektenvertrages f\u00fcr den Neubau. Sie bel\u00e4uft sich auf 1,71 Millionen.\u201c Die Stadt hatte dem HarzKurier auch Ausz\u00fcge aus Petermanns Vertrag zugesandt und angeboten, dass die Presse das vollst\u00e4ndige Dokument \u2013 samt Honorarvereinbarung mit dem Architekten \u2013 im Rathaus einsehen k\u00f6nne. Es sei aber nicht f\u00fcr eine Ver\u00f6ffentlichung bestimmt. Von dem Angebot hat der HarzKurier Gebrauch gemacht. Im Vertrag, der auf den 2. Oktober 2015 datiert ist, ist tats\u00e4chlich nur die Kostensch\u00e4tzung vom 15. Juni enthalten. Diese enth\u00e4lt lediglich vier gro\u00dfe Teilsummen. Eine detaillierte Auflistung der einzelnen Gewerke ist nicht enthalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf die Einsichtnahme in seinen Vertrag von uns angesprochen sagte Petermann am Donnerstag: \u201eDass der B\u00fcrgermeister Ihnen das gezeigt hat, ist rechtswidrig.\u201c Gans habe selbst im Rat erkl\u00e4rt, Namen von Firmen und einzelne Auftragssummen d\u00fcrften nicht genannt werden. \u201eIch habe in 25 Berufsjahren nicht erlebt, dass es sich einer erlaubt, meinen Ruf so in den Schmutz zu ziehen.\u201c Die \u00f6ffentlichen Aussagen des B\u00fcrgermeisters seien ruf- und gesch\u00e4ftssch\u00e4digend f\u00fcr ihn.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Architekt zeigt Dokumente<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Vorgehen der Stadtverwaltung veranlasste ihn, der Redaktion weitere Dokumente zu zeigen, auch zum Umbau des Haus des Gastes. \u201eIch habe das noch nie mit einem Bauherrn gemacht. Wenn es jetzt hei\u00dft, Petermann plaudert, schadet mir das auch.\u201c Doch m\u00fcsse er sich gegen die Vorw\u00fcrfe des B\u00fcrgermeisters \u00f6ffentlich verteidigen und ist auch \u00fcberzeugt, die B\u00fcrger der Stadt h\u00e4tten ein Recht auf diese Informationen. \u201eDie Leute m\u00fcssen das erfahren und es gibt nicht viele Personen, die Bescheid wissen.\u201c Wenn das Vertrauen in seine Arbeit durch die Aussagen des B\u00fcrgermeisters ersch\u00fcttert werde, schade ihm das ebenso. Zu der angeblichen Unkenntnis von Gans bez\u00fcglich der Baukosten sagte der Architekt: \u201eDie Stadt hat ein Jahressaldo von ungef\u00e4hr zehn Millionen Euro, die drei Bauprojekte, mit denen ich beauftragt wurde, liegen bei ungef\u00e4hr f\u00fcnf Millionen Euro. Da sollte man doch meinen, dass das oberste Priorit\u00e4t hat und Chefsache ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Freitag wiederholte Gans telefonisch die Aussage, dass der Stadt keine weitere Sch\u00e4tzung vorliegt. Auf unsere Frage, ob die Stadt f\u00fcr so ein gro\u00dfes Bauprojekt denn nicht eine wesentlich detailliertere Kostensch\u00e4tzung des Architekten ben\u00f6tige, sagte er: \u201eWir h\u00e4tten sie gern gehabt, aber er hat sie uns nicht gegeben.\u201c Diese detaillierte Auflistung sei laut Gans auch mehrfach vom Rechnungspr\u00fcfungsamt angemahnt worden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf unsere Nachfrage, ob die Stadtverwaltung als Auftraggeber vom Architekten ausdr\u00fccklich eine detaillierte Kostensch\u00e4tzung verlangt habe und dieser dennoch keine abgegeben habe, antwortete der B\u00fcrgermeister: \u201eDas wurde immer wieder angemahnt. Wir haben immer wieder nachgebohrt.\u201c Auf die Frage, ob es bei solchen gro\u00dfen Bauprojekten nicht \u00fcblich sei, dass die Verwaltung vom Architekten eine ausf\u00fchrliche Kostensch\u00e4tzung mit Zahlen f\u00fcr die einzelnen Gewerke erh\u00e4lt, sagte Gans: \u201eDas kann ich nicht sagen, ich habe so ein Ding noch nie gemacht, ich wei\u00df es nicht. Die Stadt baut seit 20 Jahren das erste Mal. Wir sind ja nur der Bauherr, das ist, wie wenn Sie ein Eigenheim bauen: Sie verlassen sich auf den Architekten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf unsere Frage, ob der Stadtverwaltung zu den beiden anderen Bauprojekten \u2013 Lutterbergschule und Haus des Gastes \u2013 ausf\u00fchrliche Sch\u00e4tzungen des Architekten vorliegen, erkundigte sich Gans bei Bauamtsleiterin Anette G\u00f6decke. Sie best\u00e4tigte, dass f\u00fcr die Lutterbergschule ein solches Dokument vorliege. F\u00fcr das Haus des Gastes habe es ebenfalls eine detaillierte Kostensch\u00e4tzung gegeben, die aber laut Gans \u201evon vornherein nicht genommen wurde, weil fast alles in Eigenleistung\u201c durch den st\u00e4dtischen Bauhof gemacht wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Petermanns Angabe von 644 000 Euro bezieht sich jedoch auf die Arbeit von Fremdfirmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bad Lauterberg&nbsp; Architekt sagt, Ausgaben bei Lauterberger Bauprojekt liegen bisher bei etwa 644000 Euro. Stadtverwaltung widerspricht \u00c4u\u00dferungen zur Hausbergschule. 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